Nach der Diagnose war für uns alle schnell klar: das kann nicht alles gewesen sein. Die Therapien waren irgendwann vorbei. Und trotzdem war nichts einfach wieder wie vorher. Viele Fragen kamen erst im Nachgang. Fragen, auf die es keine sauberen Antworten gab. Dinge, über die vorher niemand gesprochen hatte. Da war dieses Gefühl, nicht mehr ganz reinzupassen. Zu gesund für die Krankheitsschublade. Zu verändert für das alte Leben. Und ständig dieses Gefühl, sich erklären zu müssen, ohne überhaupt die richtigen Worte zu haben.
Und damit waren wir erst einmal allein. Bis wir auf die deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs gestoßen sind und gemerkt haben: Das, was wir fühlen, ist normal. Die Herausforderungen, Fragen und Gefühle erleben viele junge Betroffene.
Eins kam zum anderen und wir haben in Zusammenarbeit mit der deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ein Soli T-Shirt Projekt gestartet. Es hat nicht lange gedauert, bis wir verstanden haben: Es geht nicht nur um diese eine Erfahrung, unsere Diagnose. Sondern um etwas Grundsätzlicheres. Es geht um unsere Gesellschaft, die uns gelehrt hat, Schwieriges schnell zu relativieren. In der wir Probleme lieber mit Durchhalteparolen überdecken, statt ihnen Raum zu geben. In der man funktionieren soll, sich zusammenreißen soll, dankbar sein soll. Auch dann, wenn sich innen noch alles sortiert.
Daraus ist der Wunsch entstanden, mehr zu schaffen als ein einzelnes Projekt. Einen Raum, der bleibt. Eine Community, in der nichts eingeordnet oder relativiert werden muss. In der Gefühle nebeneinander existieren dürfen. Für Menschen, die ihre Geschichte nicht glätten möchten, nur damit sie besser passt.
Deshalb sind wir HIERFÜR Austausch ohne Bewertung. Für Zugehörigkeit ohne Bedingungen. Und für das Wissen, dass man mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht falsch ist, nur weil sie nicht in die Erwartungen anderer passen.